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Blogeintrag

Änderungen im Sprachgebrauch sensibel übersetzen

von Jaroslava Jaroscak

Änderungen im Sprachgebrauch sensibel übersetzen oder: Was geht von Sprache her?

Dass die Jugend schlechte Manieren hat, diese Erkenntnis ist so alt wie die Feststellung, dass sie dazu neigt, die Standardsprache zu verderben und dem Verfall preiszugeben. Doch schon der Begriff „Standardsprache“ ist aus Sicht eines Übersetzers eigentlich ein Kuriosum, gibt er doch vor, dass so etwas wie ein einheitliches und unveränderliches Regelgebilde für jede Sprache existiert. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Sprache ist unablässig Veränderungen und vielfältigen Einflüssen ausgesetzt. Und es ist lediglich die einst erlernte und selten hinterfragte Norm, nicht aber ein Gesetz, die etwas als „richtig“ oder „falsch“ erscheinen lässt.

Soll man es also klaglos hinnehmen, wenn der sprachliche Wandel dazu führt, dass der Dativ „dem Genitiv sein Tod“ ist, wie Bastian Sick es so unterhaltsam und lehrreich beschreibt? Müssen sich die Älteren zurücklehnen und chillen, wenn das englische Fragepronomen „whom“ langsam, aber stetig durch die Grundform „who“ ersetzt wird? Ist es auszuhalten, dass das höfliche „Sie“ immer häufiger durch ein salopperes „Du“ ersetzt wird?


Übersetzen heißt verstehen und übertragen, nicht urteilen und umändern

Als Übersetzer obliegt es uns nicht, darüber zu urteilen, ob eine Sprache sich im lebendigen Wandel befindet oder ob sie verfällt, wenngleich sicher jeder eine private Meinung dazu hat. Unsere Aufgabe ist es, die Vielfalt einer Sprache und deren Abhängigkeit vom jeweiligen Sprecher zu kennen und in adäquate Formen zu übertragen. Doch zeigen die Beispiele bereits, wie schwierig sich dies manchmal gestaltet, wenn man das Ohr mal zur einen, mal zur anderen Seite neigt.


Ohne einen gewissen Verfall wäre das Englische nicht Weltsprache geworden

Ein Blick in die Sprachgeschichte zeigt, dass es keine Sprache gibt, die sich nicht im Laufe der Zeit bestimmter Formen entledigt hätte. Dies gilt besonders auch für das Englische, das im Vergleich zu früheren Sprachstufen heute deutlich einfacher zu erlernen ist und daher das Zeug dazu hatte, Weltsprache zu werden. Doch hat der Wegfall alter Regeln und Normen wie beispielsweise der Deklinationsendungen stets auch zu neuen Regelbildungen geführt: zur starren Syntax, die dem Schema Subjekt/Verb/Objekt folgt beispielsweise.

Hinzu kommt, dass das Englische Begriffe aus über 50 Sprachen in sich aufgenommen hat und von verschiedenen Communitys unterschiedlich ausgesprochen wird. Auch der Wortschatz ist nicht auf allen Kontinenten derselbe. Selbst Muttersprachler können da manchmal ganz schön Probleme haben, einander zu verstehen, wenn sie zum Beispiel aus Texas oder Dublin stammen.


Nicht die Sprache gilt es zu finden, sondern die passende Tonalität

Welches oder wessen Englisch ist also das richtige, was kennzeichnet die Standardsprache? Erfahrene Übersetzer wissen, dass es müßig ist, sich darüber Gedanken zu machen. Wer beispielsweise Webseiten übersetzt, wird deshalb nicht nach der „richtigen“ Sprache, sondern nach der Sprache der Zielgruppe und den Erfordernissen der Textsorte fragen – ganz gleich, ob es sich um die AGB, Produktbeschreibungen oder SEO-Texte handelt.


Am Puls der Zeit und nah an der Zielgruppe: Übersetzungen von ALTRAA

Sprachen wie Sprecher in ihrer Vielfalt zu verstehen und deren Eigenheiten sensibel zu übertragen, gehört zum Beruf des Übersetzers. Dies verlangt, dass wir uns Tag für Tag neu mit einer Sprache und deren vielen verschiedenen Sprechern auseinandersetzen. Wer glaubt, dass es ausreicht, einmal im Leben eine Standardsprache zu lernen und diese dann über Jahrzehnte in der immer gleichen Weise anwenden zu können, der hat die Funktion des sprachlichen Wandels nicht verstanden.

Dennoch bleibt es auch für Übersetzer immer eine schwierige Gratwanderung, einzuschätzen, wann und wo eine Formulierung angemessen und wann sie unpassend ist. Übersetzer von ALTRAA wissen und berücksichtigen dies – sofern sie Texte bearbeiten, bei denen Abweichungen vom Ausgangstext überhaupt erwünscht sind. Denn wir kennen unsere Ausgangs- und Zielsprachen nicht nur aus dem Effeff, wir beschäftigen uns auch kontinuierlich mit Fragen der Anpassung an eine zeitgemäße Sprache.

Wünschen Sie eine stilsichere und zeitgemäße Übersetzung, die sich am Sprachgebrauch Ihrer Klientel orientiert? Dann wenden Sie sich online direkt an unser Übersetzungsbüro, das Ihre Anfrage gern an einen Fachübersetzer, einen Übersetzer von Webseiten oder an einen literarischen Übersetzer weiterleitet.

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